Auferstehung aus Asche – Saison 2025/26

Saisonrückblick · SG Dissenchen/Haasow · Kreisliga Niederlausitz

Es gibt Sommer, die man lieber vergessen möchte. Der Sommer 2025 war so einer. Nach dem krachenden Abstieg aus der Kreisoberliga Niederlausitz stand die SPG Dissenchen/Haasow vor einem Scherbenhaufen: zu viele Abgänge, zu viele offene Fragen, und die stille, aber reale Angst, ob es überhaupt noch weitergehen kann. Mehr als 100 Gegentore in der Abstiegssaison – eine Zahl, die nicht lügt. Der Verein stand am Tiefpunkt.

Aber dann passierte das, was Fußball manchmal tut: Er gibt zurück, was man ihm gegeben hat. Trainer Torsten Pospiech und Co-Trainer Benny Giebler krempelten die Ärmel hoch, anstatt den Kopf hängen zu lassen. Gemeinsam formten sie ein neues Team – jung, hungrig, anders. Pospiech holte talentierte Spieler, die anderswo noch nicht im Mittelpunkt standen. Und er baute etwas, das mehr ist als eine Mannschaft: ein Miteinander. Spieler aus Syrien, aus Polen und aus der Region bildeten eine Gemeinschaft, die auf dem Platz eine Sprache spricht. Integration nicht als Konzept – sondern als gelebte Realität, Woche für Woche, Spiel für Spiel.

Was diese Truppe dann in der Saison 2025/26 abgeliefert hat, verdient Respekt. 20 Siege, 4 Unentschieden, nur 4 Niederlagen – das ist die Bilanz einer Mannschaft, die weiß, was sie will. Das neue taktische System griff sofort: Die Abwehr, einst das Sorgenkind, wurde zur Stärke. Nur 29 Gegentore in 28 Spielen – die beste Defensive der gesamten Liga. Wer die Zahl aus der Vorsaison kennt, begreift, was das bedeutet. Mehr als 100 Gegentore wurden zu 29. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist Arbeit. Überzeugung. Charakter.

Vorne sorgte Sebastian Pohl für Furore. Verletzungsbedingt verpasste er den Saisonstart und stand erst ab Mitte der Hinrunde zur Verfügung – doch in nur 19 Spielen traf er 14-mal. Eine Quote, die zeigt: Klasse braucht keine volle Saison. Auch wenn es nicht immer einfach war – die Niederlage im Topspiel gegen Turnow-Preilack erinnerte daran, dass dieser Weg kein Spaziergang war – die Mannschaft ließ sich davon nicht aus der Bahn werfen.

Am Ende der Saison stand das Ergebnis in aller Deutlichkeit: Platz 1, 64 Punkte, Meister der Kreisliga Niederlausitz. Aufstieg zurück in die Kreisoberliga. Nicht als Favorit. Nicht mit großen Namen. Sondern als Team, das zusammengewachsen ist – aus einem Sommer der Ungewissheit heraus.

Jetzt wartet die Kreisoberliga. Wir gehen hin, weil wir uns das erarbeitet haben. Mit Demut, mit Vorfreude und mit dem Wissen, was möglich ist, wenn man zusammenhält. Danke an Torsten Pospiech und Benny Giebler für diese Saison. Danke an jeden Spieler, der in diesem Trikot auf den Platz gegangen ist. Danke an alle, die mitgefiebert haben. Wir sehen uns oben.

Abschlussplatz: 1. Platz (Meister & Aufstieg)
Punkte: 64
Bilanz: 20 Siege / 4 Unentschieden / 4 Niederlagen
Tore: 68:29
Torschützenkönig: Sebastian Pohl – 14 Tore (in 19 Spielen)
Trainer: Torsten Pospiech
Co-Trainer / Betreuer: Benny Giebler